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UPD Jahresbericht 2014 zeigt: Krankenkassen setzen Versicherte unter Druck

Krankenkassen setzen Versicherte unter Druck

Krankenkassen setzen Versicherte unter Druck

Viele Versicherte fühlen sich von ihrer Krankenkasse bei längerer Krankheit unter Druck gesetzt. Das zeigte nun der Jahresbericht der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland.

Immer mehr Versicherte beklagen das Vorgehen ihrer Krankenkassen bei längeren Krankheitsausfällen. Wie die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) in ihrem aktuellen Jahresbericht (hier der ganze Bericht) mitteilte, häufen sich die Fälle rigider Sparmaßnahmen und Druckausübungen.

Beschwerden über Krankenkassen häufen sich

Eine beliebte Methode vieler Krankenkassen bestehe darin, regelmäßig bei Langzeitpatienten nachzufragen, ob das Krankengeld wirklich noch nötig sei oder ob sie nicht bald wieder arbeiten könnten. Tausende von Versicherte fühlen sich dadurch unter Druck gesetzt und zu Unrecht verdächtigt. Dementsprechend viele Beschwerden über Einschüchterungsversuche erhielt auch die Unabhängige Patientenberatung Deutschland im vergangenen Jahr. Wie aus der aktuellen Erfassung hervorgeht, drehten sich die meisten der 80.000 Beratungsgespräche um die Frage, welche Leistungen die Versicherten von ihren Krankenkassen in Anspruch nehmen dürfen. Zentrales Thema seien dabei die „Ansprüche gegenüber Kostenträgern“ gewesen.

Weiterhin beklagten sich viele Patienten über Behandlungsfehler in Krankenhäusern und Arztpraxen, die Rechtmäßigkeit von Geldforderungen seitens der Ärzte und fehlende Einsicht in die Krankenakte.

Patientenbeauftragte sind alarmiert

Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung Karl-Josef Laumann zeigte sich angesichts der Tendenzen beunruhigt. Auch er habe oft mit Versicherten zu tun gehabt, die mit regelmäßigen Telefonanrufen und sehr intimen Fragen gedrängt worden seien, möglichst bald wieder zur Arbeit zu gehen. Das sei besonders bei Patienten mit psychischen Erkrankungen wie Burn-Out der Fall. Erschrocken zeigte sich Laumann über Fälle, in denen Arztpraxen Patienten nur in das Wartezimmer eingelassen hätten, wenn sie vorher in Selbstzahlerleistung getreten seien.

Ähnlich äußerte sich UPD-Geschäftsführer Sebastian Schmidt-Kaehler. Es komme häufig vor, dass Kassen Leistungen mangels eines klaren Nutzenbeweises nicht übernehmen. Besonders viele Beschwerden habe es in diesem Zusammenhang bei Orthopäden und Augenärzten gegeben. 

Foto1: © Photographee.eu - Fotolia.com

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